Als Übergewicht wird ein hohes Körpergewicht in Relation zur Körpergröße bezeichnet. Im engeren Sinne ist damit nur die sogenannte Präadipositas gemeint, im Gegensatz zum schweren Übergewicht, der Fettleibigkeit oder Adipositas. Das medizinische Fachgebiet, das sich mit dem Übergewicht beschäftigt, ist die Bariatrie.
Übergewicht kann auf verschiedene Arten definiert werden, siehe dazu Berechnungsformeln. Durch die unterschiedlichen Erfassungsmethoden ist die Einstufung einer Person als „übergewichtig“ nicht immer eindeutig.
Wesentliche Ursachen sind: Überernährung, Bewegungsmangel (und damit weniger Energieverbrauch), Befriedigungsverhalten (Naschen), gestörtes Essverhalten im Sinne einer Sucht genetische Faktoren, hoher Fructose-Anteil (insbesondere in Fertigprodukten) stimuliert die Einlagerung von Fetten psychologische Faktoren (z. B. Depressionen), Nebenwirkung von Medikamenten wie z.B. bei Kortison oder einiger Psychopharmaka wie manche Antidepressiva, Neuroleptika und Phasenprophylaktika, Stoffwechselstörungen, Lebensmittelunverträglichkeit, negative Vorbilder (Übergewicht durch falsche Ernährung und zu wenig Bewegung).
Zunehmend verstärkt werden diese Ursachen durch vermehrte Werbung für überproportional Hochkalorisches: Alkoholika, Süßigkeiten, Fette, Fertiggerichte, Fastfood, Naschereien, Knabberartikel. Dies wollen WHO und EU durch Werbebeschränkungen eingrenzen, besonders in Jugendwerbung. Es wirken immer genetische und andere Faktoren lebenslang gleichzeitig, sie stellen keinesfalls alternative Wirkweisen dar. Einen Hinweis auf eine genetisch bedingte Begünstigung von Übergewicht findet sich in Untersuchungen an getrennt aufgewachsenen Zwillingen. Die untersuchten Zwillinge ähnelten in ihren Gewichtsmerkmalen eher ihren leiblichen Eltern, als ihren Adoptiveltern. Andere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass genetische Defekte zu einer verminderten Ausschüttung des Hormons Leptin führen können, welches eine wichtige Rolle bei der Regulation des Hungergefühls spielt. Auf die Energieverwertung im Intermediärstoffwechsel haben Gene allerdings keinen entscheidenden Einfluss. Entscheidend (und als einzig beeinflussbarer Faktor) ist der Einfluss der Lebensverhältnisse und das persönliche Essverhalten und die Bewegungsgewohnheiten. Der Anteil und das Ausmaß des Übergewichtes in verschiedenen Bevölkerungen haben mit der Verfügbarkeit von Nahrung enorm zugenommen, ohne dass entsprechende genetische Veränderungen in diesem Zeitraum möglich waren. Ein Einfluss der Lebensverhältnisse kann in jedem Fall von Adipositas gefunden werden. Für die Ausbreitung des Phänomens „Übergewicht“ sind im Wesentlichen zwei Veränderungen gesellschaftlicher Lebensumständen verantwortlich: Sehr wesentlich ist die immer währende und kostengünstige Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, insbesondere hochkalorischer. In früheren Zeiten und insbesondere in ärmeren Regionen herrschte kein steter Überfluss. Schon früher waren Reiche mitunter dickbäuchig, aber die rasche Ausweitung eines geringen Luxus hat viele unterprivilegierte Bevölkerungsteile erreicht, die sich historisch nicht daran gewöhnen konnten, mit dieser Fülle umzugehen. Daher zählen viele der besonders Übergewichtigen heute gerade zu diesen Bevölkerungsteilen, auch und besonders in den Schwellenländern, in denen Übergewicht zum Teil als Schönheitsideal galt und noch gilt. Prinzipiell ist die verringerte körperliche Aktivität (Couch-Potato, Bildschirmarbeit) verantwortlich dafür, dass wir einen geringeren Energieverbrauch (bei erhöhter geistiger Aktivität) haben. Die Auswirkungen gelten natürlich für jedes Individuum in unterschiedlichem Maße. Global betrifft es aber besonders die jetzt heranwachsende Jugend. Die ansteigende Fettleibigkeit der Jugend ist weniger ein Resultat der Ernährung (bei Adipositas praktisch immer), als vielmehr einer Bewegungsarmut. Es wird also mehr Energie verzehrt als benötigt, geschweige denn verbraucht wird. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, die an Mäusen durchgeführt wurde, besteht ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fruchtzucker (Fructose) und Übergewicht, der nicht auf einer vermehrten Kalorienaufnahme beruht, sondern auf einer Beeinflussung des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. In der Tat konnte auch in einer Untersuchung an Menschen gezeigt werden, dass Fructose vom Körper sehr viel schneller in Körperfett umgewandelt wird als Traubenzucker (Glucose).[5] Darüber hinaus weisen die Ergebnisse dieser Studie darauf hin, dass eine Fructoseaufnahme die Lipogenese (Fettsynthese) stimuliert und die Einlagerung von Fetten aus der Nahrung steigert. |